Berlin Fashion Week Winter ’18

In der Früh aufzustehen (egal an welchen Tagen) ist wirklich ekelhaft und mühsam. Vor allem wenn man es nicht mehr wirklich gewohnt ist, aber da ich einfach keinen Bock hatte, einen späten FlixBus zu nehmen, da ich sonst die meisten Fashion Week Ereignisse verpasst hätte und ich schon ein klein wenig im Verzug war, sollte es mir recht sein. Laut FlixBus-Fahrplan sollten wir gegen 16 Uhr ankommen, was aber auch nur eine grobe Einschätzung gewesen ist, dennoch hoffte ich, dass wir gegen 16 Uhr ankommen werden und uns gleich in das Fashion Week Getümmel stürzen können! Warum wir? Weil Vincent (@yungkiddvince) sich spontan dafür entschieden hat, sich mir anzuschließen; wenn er nicht gewesen wäre, wäre ich wohl alleine gefahren. Jedoch wäre das auch kein allzu großes Problem gewesen, weil ich so etwas schon immer mal machen wollte – mich alleine in halb erforschte Gebiete (wie zum Beispiel Berlin, wo ich bereits ein paar Mal gewesen bin) zu stürzen, um mich selbst einfach ein Stückchen näher kennenzulernen.

Ah ja, neun Stunden in einem verdammten Bus eingesperrt zu sein, ist noch uncooler als das frühe Aufstehen, denn man verliert irgendwie den Bezug zur Realität, wenn man wie ein Hamster im Käfig hockt. Gegen 16:50 Uhr waren wir endlich da (geplant war eigentlich um 15:45 Uhr), wie schon erwähnt ist der FlixBus selten pünktlich (eigentlich ist er nie pünktlich – ich spreche aus Erfahrung), das hat uns um ehrlich zu sein, schon ein klein wenig angepisst, aber was soll man machen; die Dinge sind eben so wie sie sind und falls ihr Mal nach Berlin fahren solltet, rate ich euch dringend vom FlixBus ab!

Angekommen in Berlin, legten wir erstmal unsere Sachen ab, um uns von der langen Busfahrt zu erholen. Ein fettes Danke an Mekki aka @zombienanny, dass sie uns mit einer offenen Umarmung in ihr Zuhause eingeladen hat, damit wir uns etwas Geld sparen können, was wirklich sehr, sehr lieb gewesen ist!

000043

Nachdem wir uns eine kleine Auszeit genehmigt hatten, machten wir uns fertig und klapperten ein paar Events ab. Als Erstes waren wir auf dem Ader Error Showcase, welches im Murkudis stattfand, und es war meiner Meinung nach super langweilig. Trotz der Langeweile hat man wirklich gut angezogenen Leute sehen können. Es war halt wie ein Schlag in die Fresse: so viele gut angezogene Menschen auf einem Fleck – wer würde das denn nicht feiern, der ein unzertrennliches Band mit der Mode pflegt? Das Murkudis ist auch ein verdammt riesiger Store, es gleicht einem beschissenem Palast, das ist crazy!

000013000009000011

Wir hingen dort ab und trafen ein paar Leute aus der Straßenmodekultur Facebookgruppe, was wiederum cool war – gleich ein paar Leute, die man kennt, direkt antreffen zu können. Mein Berlin-Gang-Member @yungkidvince, fand die Veranstaltung sehr entspannt und angenehm, da Ader Error eine Marke ist, die er schon etwas länger verfolgt und er die Designs und die Qualität einfach umwerfend findet. Das Event fand er lässig, weil es entspannt war und er sich deren Kollektion in Ruhe anschauen konnte. Ich hingegen fand es lahm, denn ich brauchte ein bisschen Action. Zum Glück waren wir nicht mehr lange dort, weil wir dann auf die INAN30 x Alpha Industries x Overkill Party gegangen sind, wo ich jeden antraf, den ich in der Straßenmodekultur Facebookgruppe feiere (Grüße gehen raus an Florian, Hagen, Micheal und den Ginger und noch an viele andere Leute)!

000017000018000019000015000016

Dann waren wir dort und es war einfach nur genial, weil ich auch einfach mal die meisten Leute getroffen habe, die ich wirklich sehen wollte! Aber wir blieben nur für eine begrenzte Zeit, weil wir uns noch die Material Mag Party mal anschauen wollten, mit der Hoffnung, dass wir „Marc Göhring“ treffen. Klar, es hört sich verdammt lächerlich an, aber wir hatten einen kleinen Hoffnungsschimmer am Ende des Horizonts.

So wie es halt kommen sollte war er natürlich nicht da, aber es war halb so schlimm – wir hatten eine schöne Zeit auf dem Material Magazine Event. Die Material Mag Party war ein schöner Ausgleich, um einfach mal den Tag ausklingen zu lassen, weil wir uns so sehr abgehetzt hatten, von einem Event zu dem anderen zu gelangen. Und es war natürlich immer wieder schön, „alte Berliner-Freunde“ zu sehen. Grüße gehen raus an die Solveig und den Malte (ich liebe euch!).

000030000023000024000029

Der Mittwoch hat meine Erwartungen wirklich gesprengt. Tagsüber waren wir auf einigen Modemessen. Viele Leute, die ich kenne, die einst mal beruflich dort unterwegs waren, meinten, dass die Messen nicht mehr so wie früher seien; aber man sollte sich sein eigenes Bild machen, statt auf andere Leute zu hören, dann weiß man nämlich erst im Nachhinein, ob es einem wirklich gut mundet oder es einfach nur ein Griff ins Klo ist. Ich muss sagen, dass die Messen sehr angenehm waren, vor allem die Seek. Viele Brands waren zu sehen, die ihre kommende Kollektionen ausstellen. Es war auf jeden Fall sehr interessant, es mal live mitzubekommen, und die Bright war zum Glück gleich nebenan. Als wir uns dann durch die Seek und die Bright durch schleppten, sind wir mit einem Shuttlebus gefahren, der uns zur Premium transportiere.

000037000036

Die Brands auf der Premium waren für mich nichts: viele Marken, die einfach 1 : 1 die Ästhetik der großen Modemächte imitieren (wie z.B dem Speed Trainer von Balenciaga oder dem Triple S) – schwache Leistung muss ich sagen! Aber wenn es für sie ein  lukratives Geschäft ist, sollen sie tun und machen, was sie wollen. Der Hauptgrund, warum wir auf der Premium waren, war der, dass wir Patrick Scherzer aka Burberry Pat getroffen haben, was mich mit Freude erfüllte! Die Sissi (Pats Freundin) habe ich sowieso gern – die beiden gibt es nur im Doppelpack, wie einen Twix-Riegel. Spät am Abend ging es dann auf die Nylon Magazine x Buffallo Party, die halt absolut gestört war, das ich immer noch verdauen muss. An jenem Abend auf der Veranstaltung traf ich zum ersten Mal mein Idol in der Modeszene, Mago Dovjenko. Er konnte sich sogar an meinen Namen erinnern, ich weiß, ich höre mich an wie ein post-pubertärer Teenie an, welcher zum ersten Mal Jimmy Blue trifft. Es war aber ein unbeschreibliches Gefühl in dem Moment, ihn  einfach mal nach ein paar Jahren live sehen zu können! Wir hingen kurz miteinander ab und führten ein Gespräch. Irgendwann im Laufe des Gesprächs sagte er, ich solle warten und er komme gleich wieder, aber der Typ ist busy as fuck und möchte es versuchen jedem irgendwie recht zu machen, das schätze ich sehr an Mago! Wir quatschten kurz, ich habe ein Bild mit ihm gemacht und gut ist es. Es war mehr, als ich mir erhofft habe. Vielleicht kann man das in der Zukunft irgendwann Mal Fortsetzen, wer weiß?

000041000014000013

Andrew Varholla, den ich schon zuvor auf der Material Magazine Party kennenlernte, ist auch noch aufgetreten. Super cooler Typ, super cooler Auftritt (es war nur zu der Zeit dermaßen voll) und eine super krasse Präsenz strahlt er aus. Vor seinem Auftritt legte noch die Siohanbell auf –  das war dann halt ein krasser Turn-Up, aber es war zu viel los, um sich bewegen zu können. Nachher ging es dann, als die meisten Leute gegangen sind und der Patrick Mason dann Techno auflegte. Techno ist eine Musikrichtung, die mir selten zusagt, aber auf dem Event ging es voll klar, es war halt kein harter Techno, sondern entspannte Elektro-Beats. Als sich langsam der Ansturm auf das Event legte, gesellte ich mich mit dem Vincent zu Suzie Grime, die uns anschließend auf einen Jibbit einlud. Das rundete den Abend wirklich ab, da es mal wieder so stressig für uns gewesen war, durch ganz Berlin zu reisen.

000007000015000016000001

000032

Der letzte Tag sollte ein schöner werden, der nicht all zu wild sein sollte. Wir schliefen recht lange, um einfach mal wieder klar denken zu können. Als wir aufwachten, ging es uns besser als wir vermuteten. Also hängten wir daheim ab und gingen uns noch irgendwo den Magen vollstopfen, damit wir wieder bei Kräften sind. Bisschen später trafen wir meinen Sensei aka Adrian aka @mrbianco. Seitdem er in Berlin lebt, sehe ich ihn nur noch ganz selten, weshalb es mich tierisch freute, dass er sich Zeit für uns genommen hat. Aus vertraulichen Quellen hörte ich, dass man den Bianco eine Woche vorher buchen muss um ihn zu Gesicht zu kriegen, ich glaube, ich habe ihn drei Tage zuvor geschrieben, ob es in Ordnung wäre, wenn wir uns am Donnerstag treffen könnten, so wie Gott es wollte – oder eher gesagt so wie Bianco es wollte – hat es geklappt! Adrian ist einer der liebsten Menschen, die ich je kennengelernt habe, man muss einfach mal mit ihm abhängen, dann kann man mich in dieser Hinsicht einfach besser verstehen!

So lieb wie er doch war, hat er uns zum Essen eingeladen. Wir waren libanesisch essen und es war verdammt gut! Danke nochmal für das Essen, Adrian! Mit einem vollen Magen schlenderten wir zur Reebok Party, das sollte das letzte Level unseres waghalsigen Abenteuers sein. Körperlich waren wir nämlich am Limit und die Reebok Party sollte das i-Tüpfelchen aller i-Tüpfelchen sein. Angekommen dachten wir: „Es geht schon, es ist ja nicht all zu voll“, aber das war nur ein Vorraum welcher zu der Tanzfläche führte. Und als wir zu der Tanzfläche rübergegangen sind, mussten wir uns richtig durchbeißen, weil es voller als voll war. Die Bar war überflutet mit Menschen, da es nur bis 23 Uhr Free Drinks gab. Ich muss sagen, dass es mich richtig angekotzt hat und ich ein klein wenig sauer wurde, weil man nicht vorwärts kam. Die Bar konnte man zum größtenteils vergessen, da sich viel zu viele Leute anstellten. Ich weiß nicht wie, aber @gabefx2001 konnte uns durch listige Ninja Skills irgendwie Getränke besorgen, danke nochmal!

Draußen angekommen sahen wir Luciano, natürlich habe ich ihn gefragt, ob er Lust hätte, ein Bild zu machen, aber ich wollte von ihm alleine ein Portrait haben, bis er sagte „ne man, wir können schon zusammen ein Bild machen“, ohne zu widersprechen, stellte ich mich neben ihm zu seinem Loco-Squad und packten uns alle mit einem Arm um den Hals. Ich dachte mir nichts dabei, wendete meinen Kopf nach links und sah Dardan; innerlich dachte ich mir nur „lol?“ Im Anschluss knipste ein Kumpel von Luciano ein paar Bilder, aber der hat es anfangs nicht auf die Reihe gekriegt, bis Vincent kam und ein Bild knipste. Ah ja, Luciano sagte, dass ich einen coolen Style habe.

000026000037000028

Die Reebok Party wurde erst später cool, als Mihntendo auflegte, um die Zeit war es angenehmer gewesen, da der Trubel sich legte. Es war zwar noch viel los gewesen, aber man konnte sich endlich bewegen, die Bar leerte sich auch langsam und die Musik war einfach nur phänomenal. Mihntendo legte Trap auf, da mich die Musikrichtung, buchstäblich an den Eiern hat – blieb mir nichts anders übrig als mitzutanzen. Hannah Faith legte zuvor auf und machte ihr Ding, sie spielte größtenteils Instrumentals ab, die von der Stilrichtung schwer zu identifizieren waren. Wenn ich es beschreiben würde, waren es einfach schöne Beats, zu denen man sich locker flockig bewegen konnte. Chelo war zwar auch am Mischpult, jedoch habe ich nichts von ihm gehört, da wir die meiste Zeit draußen waren, als er auflegte.

000014000021000007

Fazit:

Die Mode-Woche gleicht wirklich einem Karnevalsumzug – alle bunt angezogen, individuell und sehr speziell. Darauf muss man erst klarkommen, weil so ungewohnt für mich war, aber es war eine coole Erfahrung, sich mal komplett diesem Fashion Week Lifestyle zu widmen, auch wenn es meinen Körper und Psyche in Mitleidenschaft gezogen hat. Das ist ein Lebensstil, den ich nur begrenzt einschlagen würde, wie auf der Modewoche z. B., man braucht Nerven aus Stahl, aber letztendlich hat sich alles gelohnt. Ich traf mein Idol, lernte endlich die Leute kennen, die ich einst nur aus dem Internet kannte, und konnte einige Kontakte sammeln.

Ich bin gespannt, was das Jahr hergeben wird, ich freue mich auf jeden Fall drauf einige, neue Projekte einschlagen zu können. Wenn ihr nach den Sternen greifen wollt, müsst ihr euren Arsch aus der Komfortzone bewegen, keiner wird es für euch tun. Bleibt euch treu, verteilt Liebe, diese bekommt ihr definitiv wieder in irgendeiner Form zurück – glaubt mir!

Die Reise hat mich klar werden lassen, dass ich viel mehr Gas geben muss. Viel mehr. Das werde ich auch! Ich will auch in keine „Szene“ involviert sein. Ich möchte nur mein Ding durchziehen, Leute kennenzulernen, die mich eventuell vorwärts bringen, und schließlich auch einen Vorteil aus mir ziehen können, das war’s. Ich möchte einfach nur glücklich sein mit dem, was ich am Laufen habe, und ich bin auf den besten Weg dorthin.

Zum Schluss nochmal ein fettes Danke an die Personen, die das alles ermöglicht haben, und ein fettes Danke an die Leute, die ich getroffen und kennengelernt habe! – Bis demnächst.

000027000001000008000011000012000013000017000018000020000023000025000042000039000008000009000021000025000027000029000033000035000039Foto 27.01.18, 21 40 32Foto 24.01.18, 01 29 33Foto 24.01.18, 02 03 07 (1)Foto 24.01.18, 02 38 39 (1)Foto 24.01.18, 03 07 09Foto 24.01.18, 09 05 31Foto 24.01.18, 23 58 56Foto 25.01.18, 12 56 51Foto 27.01.18, 13 13 40Foto 27.01.18, 14 19 36Foto 27.01.18, 14 13 46Foto 27.01.18, 21 39 23Foto 27.01.18, 21 38 58Foto 27.01.18, 21 40 07

Moubsen

Good Fashion -Bad grammar

Hallo! Kommentiert mal!