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Die analoge Fotografie Story mit dem Converse One Star

Vor ungefähr zwei Jahren kaufte ich mir den ersten Converse One Star. Das war der aus der ersten Generation, mit der Lunarlon Einlegesohle. Und wer keine Tomaten auf den Augen gehabt hätte, hätte schon damals ahnen müssen, was für ein irrsinniges Potenzial in dem Ur-Skate-Schuh steckt, oder doch eher ein Ur-Basketball-Schuh?

Der Converse One Star kam zu aller erst in den wilden 70ern raus, unter dem Namen „All Star“ und die erste Variante, die es auf dem Basketballcourt schaffte, war die Leder-Edition

In den frühen Zwanzigern brachte die Converse Rubber Shoe Co. den ersten Basketballschuh heraus und somit auch den ersten Turnschuh in der Sneakergeschichte. Diesen Sneaker kennen wir alle unter den Namen „Chucks“, den es momentan in so vielen Variationen gibt, wie nie zuvor. So ziemlich jeder Basketballspieler, spielte, bis in die 60er mit Chucks, da es ja zur dieser Zeit nichts anderes gab. Der Chuck Taylor All Star bestand nur aus Canvas und einer einfachen Gummisohle.

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Jedoch konnte Converse den Ruhm nicht aufrecht erhalten, da mit der Zeit neue Firmen an den Markt gingen, um Basketballschuhe zu produzieren. Die Basketballspieler hatten es satt mit Canvas und einfach gehaltenen Gummi-Sohlen-Schuhen spielen zu müssen, da das Material sehr unflexibel war. Die Gummisohle nutzte sich ebenfalls schnell ab und in hohen Sneakern zu spielen, darauf hatten die meisten auch keine Lust mehr, weil diese am Versen- und Fußknöchelbereich sehr unbiegsam waren und diese Stellen ständig unter extremer Belastung standen.

Zu dieser Zeit kam dann der Adidas Superstar aus einem Leder überzogenem Obermaterial und der schützenden Zeh-Kappe raus, die einem Basketball ähnelt. Der Puma Suede, feierte ebenfalls seinen Debütauftritt, mit einem Wildleder-Upper, welcher sich sehr schnell an den Fuß anpasste und vom Material her einfach um Welten Flexibler war, als das bereits veraltete Canvas-Upper von Converse.

Die Firma, die sich nur auf Canvas und Gummisohlen spezialisierte, stand unter einem enormen Konkurrenzdruck und musste nachrüsten. Der Leather- und Suede All Star war die Gegenantwort, welche damals erstmal nur (wie oben bereits erwähnt) aus Leder erschienen sind. Die Gumsole wurde ebenfalls überarbeitet. Diese gab es in der low cut Variante und in der high top Version.

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Das Schuhwerk beinhaltete stoßdämpfende Einlegesohlen (sowie wir es bei der Lunarsohle kennen), eine gepolsterte Zunge; einen Ankle-Support, sowie eine vulkanisierte Sohle, die eins mit dem Upper wurde. Nach dieser Errungenschaft stellte Converse einige Jahre später das „Pro Leather“ vor, der den One Star somit in den Schatten stellte.

In den späten 80ern und frühen 90ern fingen die Verbaucher an in die Vergangenheit zurückzublicken und sehnten sich nach dem „alten“. Japanische Sammler machten sich auf die Jagd sowie; Skater und Kenner, die sich bereits sehr gut mit der Materie auskannten. Selbst sichtbare Stilführer wie die Beastie Boys, hatten das Verlangen nach etwas „Oldschool“ -mäßigem. Es wurden Sporthallen durchkämmt, um die Classics wieder auferstehen zu lassen. In Boutiquen wurden Aufschläge auf den Verkaufspreis erhöht und hatten somit einen hohen Wiederverkaufswert (das ist das, was wir heutzutage unter dem Namen „resellen“ kennen). Adidas und Puma bekamen Wind von der ganzen Sache und legten stillschweigend, ihre alten Ikonen wieder auf (Adidas Superstar, Puma Suede), um das Innere Konsummonster der Verbraucher befriedigen zu können.

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Einer der Führungskräfte Namens „Baysie Wight“ ging dem Trubel nach und betrieb im Jahre 1992 Einzelhandelsnachforschungen. Wie ein Phönix aus der Asche feierte der einst benannte „All Star“ aus dem Jahre 1974 sein Comeback unter dem Namen „One Star“. Der ehemalige Basketballsneaker kam gerade zum  richtigen Zeitpunkt, als in den early 90s angefangen wurde intensiv zu Skaten. Das Suede-Upper vom One Star, welches sehr angenehm war und sich sehr schnell am Fuße des Trägers anpasste, sowie der optimale Halt, hat eine große Popularität innerhalb der Skate-Szene gewonnen und wurde als ein Skateschuh verwendet, der er heute noch ist und so wie wir ihn kennen.

Kurz vor dem ableben von Frontman der Nirvana und gleichzeitige Stilkoryphäe – „Kurt Cobain“, wurde er in dem Converse One Star gesichtet, obwohl er die meiste Zeit nur in Chucks zu sehen war oder in dem Jack Purcell, aber ältere Aufnahmen stellten fest, dass kurz vor seinem Tod, schwarzweiße Sportschuhe aus Suede, seine Füße zierten, wie ein angenehmer Frühlingswind und das war der One Star. Jahre nach Kurt Cobains Abschied brachte Converse eine Special-Edition des One Stars heraus, um ihm die letzte Ehre erweisen zu können. Sein limitierter One Star, war ebenfalls einer aus schwarzem Suede-Upper, sowie der weiße Gummisohle. Nur dass der Straßenschuh eine Signatur am Wildleder- Upper der Rock Legende stehen hatte.

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Heute schreiben wir was das Jahr 2018 und der Converse One Star war noch nie so wichtig wie zuvor. Die Marke wird ständig mit „Chucks“ in Verbindung gebracht, obwohl der Gummi-Sohlen-Schuh-Hersteller breit aufgestellt ist, nur haben das die meisten Menschen noch nicht wirklich realisiert.

Es hat einfach nur eine Prise an Marketing gefehlt, um das Relikt der vergessenen Zeit wieder auferstehen zulassen. Die Werbekampagne „Rated One Star“ war wohl ein wichtiger Hauptfaktor, um einen gut kontrollierten Hype generieren zu können, der nicht zu Inflationär werden sollte und mit Stilikonen wie; Leo Mandela und Asap Nast, die ein Teil der Kampagne waren, wurde diese Bombe kontrolliert gezündet und verwüstete nicht gleich die komplette Szene.

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Gut gedachte Kollaborationen mit Marken wie; Undefeated, Neighborhood und Zusammenarbeiten mit US-Amerikanischen Musikkünstlern, ich zitiere: Asap Nast und Tyler The Creator, haben natürlich auch dazu beigetragen, den Fokus explizit auf den One Star zu setzen, aber kontrolliert natürlich. Der Hype wurde wirkungsvoll eingesetzt und hat seine Abnehmer gefunden. Nämlich die Jugend. Wie in keiner Zeitepoche zuvor, wurde der Converse mit dem Stern so dermaßen getragen, wie heute und es erfüllt mich mit Stolz meinen kleinen Teil zu dieser Sache beitragen zu können.

Langsam wird es mal an der Zeit, dass die Old Skool Vans durch was anderes ersetzt werden. Durch einen Straßenschuh, der wie kein anderer durch die komplette Weltgeschichte gesprungen ist – dem Converse One Star.

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Fotos: Oliver Kristen

In Kooperation mit Converse

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