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Colin Kaepernick: Der Tag, an dem Nike zur Legende wurde

„Wo warst Du, an dem Tag, als Nike Geschichte geschrieben hat?“ Noch ist es nicht lang her, also geht nochmal in Euch, denn es war definitiv ein Tag, an den sich die Welt lange zurück erinnern wird.

Für alle, die die letzten zwei Jahre unter einem Stein verbracht haben, hier kurz die Zusammenfassung: Colin Kaepernick, seines Zeichens langjähriger Star-Quarterback in der amerikanischen National Football League, nun seit bald zwei Jahren Free Agent, ist für die NFL wohl ein „schwer vermittelbarer Fall“, nachdem er in stillem Protest auf die Polizeigewalt und den Rassismus in den USA aufmerksam gemacht hat.

Seitdem wird er geliebt und gehasst, denn mit diesem Protest traf er den, ich nenne ihn mal konservativen Teil der Amerikaner, mitten ins Herz – der Kniefall während der Nationalhymne gilt für viele als ein direkter Angriff auf den Patriotismus, das Land, die Flagge, die Veteranen und vieles, worauf die Amerikaner sonst noch stolz sind. Allen voran der stets Feuer und Galle speiende Präsident der nun nicht mehr ganz so vereinigten Staaten.

Für die anderen ist er ein Held der Neuzeit, der seine Karriere geopfert hat, um für eine gute Sache einzustehen und um auf nicht zu bestreitende Probleme in seiner Heimat aufmerksam zu machen.

Viele schlossen sich seitdem seinem friedlichen Kampf an, was die Glut auf der anderen Seite zu schüren scheint. Doch neben all der Steine, die Colin in den Weg gelegt wurden, hat er mit seiner Tat etwas geschaffen, was wohl der Anfang einer jeden Veränderung ist: Diskussion!

Auch wenn durch diese Bewegung nicht von heute auf morgen Frieden auf der Welt herrscht und man sich versöhnt in den Armen liegt, oder zumindest der meist Trump’sche Flügel des Landes die Absicht hinter dieser Aktion erkennt … der Dialog wurde gestartet und wird hoffentlich nicht stoppen, bis sich etwas ändert!

Nun, was hat Nike mit der ganzen Sache zu tun?

Die vermutlich mutigste und polarisierendste Werbekampagne aller Zeiten!

Alles begann mit einem Knall – einem Bild und einer kurzen Unterschrift: Kaepernicks Gesicht in schwarz-weißer Nahaufnahme und der Aussage „Believe in something. Even if it means sacrificing everything.“, ein paar Zeilen weiter unten Nike’s weltbekannter Motivations-Slogan „Just do it”.

Kap

„Breaking the internet“, besser als Kim K es sich jemals hätte träumen lassen!

Nur kurze Zeit später veröffentlicht Nike den nächsten Kracher und lässt damit einige republikanische Vorstadt-Dads vor Schreck vom Rasenmäher fallen. Der einminütige (zu Instagram-Zwecken gekürzte) Werbefilm sichert dem Sportartikelhersteller einen Marketingeffekt, der seinesgleichen sucht.

Der emotionale Werbefilm vermittelt die Botschaft, stets an sich selbst zu glauben und das Unmögliche möglich zu machen, egal was die Umstände sagen. Gesprochen wird der Spot von Kaepernick persönlich, der neben anderen außergewöhnlichen Athleten wie LeBron James, Shaquem Griffin oder Serena Williams zu sehen ist. Allerdings nicht in Aktion, sondern als Erzähler, der durch die Straße läuft und mit Details wie einer an die Wand projezierten amerikanischen Flagge und einem Outfit, das an die sozialistisch revolutionäre Black Panther Party erinnert, eindeutig ein Statement setzt.

Nike hat sich für eine Seite entschieden und das ist meiner Meinung nach gut so! Denn damit vertreten sie selbst ihre eigene Botschaft: an etwas zu glauben, auch wenn es bedeutet, alles dafür zu opfern.

In direkter Folge hat Nike mit dieser Kampagne viele Fans und Kunden verloren, die nun wütend ihre Schuhe „im Internet“ verbrennen – doch auch die hat der furiose Ex-Fan bereits bezahlt, oder?
Nike hat in den letzten Tagen eines erreicht: sie sind in aller Munde! Egal ob positiv oder negativ, denn man sollte nie vergessen: auch schlechte Werbung ist Werbung und die bekommt die Marke durch all seinen neuen Feinde ganz bestimmt.
Für alle anderen gilt: holt Eure Air Force aus dem Schrank und tragt sie mit dem Gefühl, ein kleiner Teil einer großen Bewegung zu sein, denn genialer Marketing-Coup hin oder her – Nike hat sich damit politisch positioniert und das ist in der heutigen Zeit ein Schritt, der Mut und Herz beweist und ihnen ganz bestimmt die ewige Treue einer großen Menge Fans sichert.

Text: Miriam

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