MOUBSEN

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Sepia

ASIA LIEBE

„Ich schreib einfach einen Liebesbrief. An Asien.“
„Liebe ist immer gut.“
Und so hatte ich mein Thema für meinen Gastbeitrag gefunden. Einfacher als gedacht. Oder nicht?

Trotzdem fällt es mir, wie schon so oft, schwer dieses Gefühl, das mich jedes Mal überkommt, wenn ich nach Asien reise, in Worte zu fassen. Vor allem weil sich alles, was ich schreibe, wie ein scheiß Klischee anhört. Egal wie ich es drehe und wende, ich höre mich an wie mit 16, als ich meiner besten zum 100 Mal von dem Boy erzähle, in den ich offensichtlich unfassbar verliebt war.

Vielleicht ist das aber grade der springende Punkt. Ob Tokio, Seoul oder Taipeh – alle Städte haben eins gemeinsam: Ich fühle mich wie 16, die erste große Liebe, Bauchkribbeln, schwitzige Hände und unfassbar begeistert.

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Taipeh //

5 Monate habe ich in Taipeh gelebt. Ein bisschen mehr als eine flüchtige Romanze, aber eben auch nichts Festes. Nach einem Jahr der Sehnsucht bin ich wieder in meiner alten Nachbarschaft. Gehe zu meinem alten Lunch Spot, ein traditionelles Buffet, die einzige nicht Asiatin und fühle mich so wohl wie schon lange nicht mehr. Kleinigkeiten, wie die Lüfter der Klimaanlagen, die an wirklich jedem Haus zu finden sind, bringen mich zum grinsen. In einem kleinen, abgeranzten Beef Noodle Shop in Taipeh dröhnt laut Tokyo Drift von den Teriaki Boyz aus den Boxen – ich habe mich selten so über die Absurdität eines Momentes gefreut (klar habe ich laut mitgesunden).

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Seoul //

Morgens ist die Tageszeit die ich am meisten verabscheue, trotz Jetlag bin ich vor allen anderen wach und will alles sehen, alles aufnehmen, den Moment voll auskosten. Seoul ist eine neue Stadt, alles ist spannend, alles ist aufregend. Ich will die Sonne aufgehen sehen und sie am anderen Ende der Stadt wieder untergehen sehen. Meine Kamera ist an meiner Hand festgewachsen. Dank mir dauert alles doppelt so lang, denn an jeder Ecke gibt es etwas neues zu sehen oder zu essen. Ich will den nächsten Film einlegen, aber in der Hektik des Morgens habe ich den alten Film nicht richtig eingelegt. Mein Herz bleibt kurz stehen, ich werde wütend, ich werde traurig. Was bleibt ist die Sehnsucht die Momente nochmal erleben zu können.

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Tokio //

In Tokio habe ich ca. 274284924 Mal auf den Auslöser gedrückt, um Getränkeautomaten Landschaften abzulichten. Der Anblick hat jedes Mal aufs neue Etwas in mir ausgelöst. Manche Dinge werden einfach nicht alt. Viel Schlimmer ist aber, dass Tokio nicht nur mein Herz geklaut hat, sondern auch meinen Appetit. Verzweifelt versuche ich in Berlin den Höhepunkt des Ramen Essens nochmals zu erleben und doch bleibt alles nur ein schlechter Abklatsch. Forever heartbroken. Die erste große Liebe eben.

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Wenn ich dann wieder in Berlin bin, schaue ich mir immer wieder Fotos und Videos von meinen Reisen an. Am liebsten würde ich die ganze Wohnung mit Fotos tapezieren. Jedem immer wieder von meinen Eindrücken erzählen. Wie eine 16 Jährige mit gebrochenem Herzen.

Text: Sophie Van Daniels / Fotos: Sophie Van Daniels

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