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Sepia

Tracksuits sind mehr als nur Sportanzüge: Moubsen x Tracksuitclub

Wenn mir der Begriff Tracksuit einfällt, denke ich sofort an die Kult Serie „Top Boy“, die sich wie ein Brandeisen ins Gedächtnis der jüngeren Generation eingebrannt hat.

In der Serie kann es vorkommen, das man etliche Trainingsanzüge sieht, jedoch nur von dem üblichen Übeltäter den man kennt. Ihr liegt natürlich richtig. Hierbei kann es sich nur um unseren geliebten Giganten Nike handeln.

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Der Trainingsanzug, ist der Anzug der Straße. Ich glaube jeder hatte mal einen Tracksuit… bis auf Karl Lagerfeld. Die Allgemeinheit hat hierfür das beste Verständnis, wie praktisch und komfortabel ein Sportanzug sein kann. Vor allem, wenn man es eilig hat, und die nötige Zeit nicht mehr ausreicht, um sich fertig zu machen, da ist der Tracksuit der Helfer in Not.

Tracksuitclub hat sich dessen angenommen, die ganze Welt mit ihren nachhaltigen Trainingsanzügen zu beflügeln. Das Sortiment, das sie pflegen ist super umweltfreundlich. Das Randsortiment besteht nur aus Bio-Baumwolle und die Hauptattraktion, die „Tracksuitclub-Tracksuits“ bestehen aus PET Flaschen. Hierfür werden 29 Flaschen benötigt, um einen Trainingsanzug zu produzieren.

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In diesen Zeiten ist es super wichtig, dass man, falls man einen Brand gründen möchte, eine bestimme Meinung und Weltanschauung vertritt. Coole Prints reichen nicht mehr aus, weil unsere Welt in ein immer trieferes Loch fällt, das schleunigst gestopft werden sollte. Menschen, die mit ihrer kreativen Hingabe versuchen, nicht nur ihre jetzige Situation zu ändern, sondern den Zustand drumherum noch gleich miteinzubeziehen. Deswegen kann ich nur meinen Hut vor Yannick ziehen, der mit Leidenschaft an die Sache rangeht. An jene die es noch nicht mitbekommen haben – Janek ist der Gründer von Tracksuitclub – und ihn interviewe ich jetzt.

Tracksuits sind mehr als nur Sportanzüge: Moubsen x Tracksuitclub

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Zuerst bedanke ich mich herzlich für deine Zeit für das Interview.

Erzähle uns doch in knappen Worten, was du machst – wer du bist – und woher du kommst.

Sehr gerne. Danke dir für das Interesse.

Auf dem planten Erde nennt man mich Janek Bonasewicz, kurz JB. Ich bin in Berlin geborgen und aufgewachsen.

Ich designe Tracksuits aus recycelten Plastikflaschen.

Ich bin haitianischer und deutsch-polnischer Abstammung.

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Wie bist du darauf gekommen Tracksuits zu designen? Welche Rolle spielen sie in deinem Leben?

Ich war nie ein Jeans Fan…es gibt schon gute Jeans aber sie sind selten richtig komfortabel und sitzen gut.

Also habe ich mich schon früh dem Tracksuit zugewendet…doch auch da habe ich nie die perfekte Trackpants gefunden und daraufhin beschlossen mich selber auf die Reise zu machen den perfekten TS zu entwerfen.

Die erste Kollektion, die du entworfen hast nennt sich ja „HOUR ZERO“. Als wir bei dem Shooting für Tracksuitclub dabei waren, meintest du, dass es die Entstehungsnacht des Hip-Hops war – könntest du uns mehr davon erzählen?

Seit ich denken kann. Also direkt nach Benjamin Blümchen kam meine erste Maxi CD: Outcast – Ms. Jackson.

Aber das Interesse für die Entstehung kam später…als ich hinterfragte warum man eigentlich Sportsachen auf der Straße trägt…

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Wann kam den das Interesse zur Entstehung des Hip-Hops?

Vor ca. 3 Jahren…da habe ich angefangen mich intensiver damit zu befassen

Ich finde es sehr geil, dass du als Start-Up Unternehmen, nicht nur daran denkst, dir Taschen voll mit Geld zu stopfen, sondern dass du auch an Nachhaltigkeit denkst. Wie bist du auf die Idee gekommen die Tracksuits aus PET-Flaschen zu produzieren? Ich kenne das nur von Sporttrikots.

 Nachhaltigkeit war mir von Beginn des Projekts an wichtig. Einige Stoffagenturen hatten mir Polyester-Stoffe aus Asien angeboten. Da fiel mir auf dass das nicht zu meiner Produktions-Philosophie passen würde.

also suchte ich intensiver nach Stoffen aus Europa und fand ein schwedisches Unternehmen welches aus Plastikflaschen widerstandsfähige Stoffe produziert.

98% der Einzelteile für die Tracksuits werden ohnehin in Europa produziert. Da wäre jeder andere Stoff irgendwie unpassend.

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Du hast meinen vollsten Respekt dafür, dass du’s so machst, wie du’s momentan machst. Nicht jede Start-Up Brand kann es sich leisten, den ersten Drop der Kollektion so konzipiert anzugehen.

Mit insgesamt 380€ (200€ Tracktop 180€ Trackpants) ist ein Tracksuitclub-Tracksuit gerade nicht der erschwinglichste. Aber Qualität hat nun mal seinen Preis. Was sagst du zu dem Publikum, die meinen, dass der Tracksuit zu teuer sei?

Danke dir. Das weiß ich zu schätzen.

Die konzeptionelle Phase hat jetzt fast anderthalb Jahre und jede Menge Arbeit in Anspruch genommen. Aber das ist es wert. Ich wollte keinesfalls ein Produkt einkaufen und einfach mein Logo drauf drucken…

Und daraus erschließt sich im Grunde auch schon die Frage nach dem Preis.

Die Tracksuits werden in Berlin designed und in Europa mit hochwertigen materialen gefertigt.

Meine Antwort an die Leute die mich darauf angesprochen haben war meistens gar keine. Denn wer, jetzt in dieser Zeit, die Mission nicht versteht, dass wir unser Bewusstsein für die Produkte die wir kaufen schleunigst umstellen müssen, dem brauche ich nichts von Made in the EU oder rec. Plastikflaschen erzählen. Die Zeit wird den Wandel mit sich bringen.

Trotzdem denke ich dass Aufklärung diesbezüglich ein sehr wichtiges Thema ist.

Ich könnte hierzu noch so viel mehr erzählen…

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Wann wird die nächste Kollektion erscheinen?

Die nächste Kollektion erscheint im April.

Danke für das Interview und deine Zeit.

Fotos: Johanna Berghorn / Styling: Janek Bonasewicz / Models: Moubsen & Ella / Creative Direction: Janek Bonasewicz & Johanna Berghorn

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